Seit 1986 veröffentlicht die britische Zeitung „The Economist“ den Big-Mac-Index, einen Preis- und Kaufkraftvergleich auf Basis unterschiedlicher Big-Mac-Preise in verschiedenen Ländern der Welt.
Der Economist argumentiert, dass die Produktion und der Verkauf des Big Macs einen repräsentativen Querschnitt der Produktionskosten eines Landes darstellt, da zahlreiche Bereiche der inländischen Wirtschaft beteiligt sind (Landwirtschaft, Transport, Verpackungs-, Elektro- und Werbeindustrie, Abfallwirtschaft und über die Mietpreise die Gebäudewirtschaft) und selbst Lohnkosten bei der Preisgestaltung eine Rolle spielen.
Da der Big Mac in 120 Ländern standardisiert verkauft wird, kann man die Big-Mac-Preise in diesen Ländern miteinander vergleichen. Andernfalls täte man sich schwer einen schwedischen Schuh mit einem Schau aus dem Niger-Delta zu vergleichen. Darüber hinaus findet keine internationale Angleichung der Preise über die Wechselkurse statt, da der Big Mac international nicht handelbar ist und nicht von Land A nach Land B verkauft wird (gemäß der Kaufkraftparitäts-Theorie). Man erhält allerdings den Burger sowohl in Gütersloh, als auch im hintersten Fleck Neuseelands. Wahrscheinlich sogar in Bielefeld.
Am 5. Juli 2007 ermittelte der Economist folgende Vergleichszahlen Schweiz: 5,20 $ Eurozone: 4,17 $ Vereinigte Staaten: 3,41 $ Japan: 2,29 $ China: 1,45 $
(mehr Zahlen auf The Economist)
Die Aussage die man nun daraus ziehen kann wäre: Ist die Währung xy im Vergleich zum Dollar unter- oder überbewertet? Zieht man Deutschland heran (Burger-Preis: 2,99 € – also 3,87 $), so ist der „deutsche“ Euro nur leicht überbewertet im Vergleich zum Dollar. Den billigsten EU Big Mac erhält man in Polen für sagenhafte 1,76 €.
Extrem jedoch ist es in der Schweiz oder in Island (7,44 $). Sollten die Isländer doch nach China gehen, würden sie für das gleiche Geld 6 Big Macs erhalten. Was sich die Volkswirte nur da gedacht haben als der Dollar/Yuan Wechselkurs Amok lief…
Die Rolle eines ernsthaften Indikators erreicht der Index jedoch nicht, da er nicht alle wirtschaftlichen Teilbereiche abdeckt und außer direkten Kosten noch andere Faktoren (z.B. das Wohlstandsniveau eines Landes) bei der Preisgestaltung eine Rolle spielen. Drückt man hier aber beide Augen zu, so kann man den Big-Mac-Index als eine recht einfache und anschauliche Methode darstellen, die Inlandskaufkraft verschiedener Währungsregionen miteinander vergleichbar zu machen.
Quellen:
Big-Mac-Index, Wikipedia
The Big Mac Index, The Economist
Der Big-Mac-Index: McDonald´s Währung neu bewertet, Focus
Big-Mac-Index Wo der Burger am billigsten ist, Süddeutsche Zeitung
Der Big Mac erklärt die Welt der Preise, GMX