Die Google Toolbar spioniert User aus. Zu diesem Schluss kann man kommen wenn man liest, dass Google neben der Search History über die Google Toolbar auch die Web History, also alle (!) aufgerufene Seiten trackt. Problematisch ist hierbei, dass Google diese Datei frei nutzen kann und darf und noch nicht klar ist in welchem Umfang dies geschehen wird. Anonym stellen diese Daten einen großen Schatz dar, da so relevante Informationen über das Surfverhalten bestimmter Usergruppen gewonnen werden kann. Sobald die Daten aber in irgendeiner Form personalisiert werden können, sollte dies Datenschützer auf den Plan rufen.
Im Internet kursieren zu dem Thema bereits wilde Verschwörungstheorien über Google und deren Absichten. Dies liegt vor allem auch daran, dass Google Datenautorität über die Tracking-Daten aus Google Analytics hat und diese frei verwenden darf. Jede Privatperson dürfte damit kein großes Problem haben – ein Online Shop oder eine Community hingegen schenkt Google so wichtige Einblicke in das Surfverhalten der User.
Google selbst rechtfertigt sich mit der Aussage dass sie die Informationen weltweit perfekt organisieren will. Ob dies auf einem detaillierten Level Googles Aufgabe ist sei einmal dahin gestellt – jedoch möchte Google den Suchalgorithmus auf Basis dieser Daten stets weiter entwickeln um so weit wie möglich personalisierte Ergebnisse anzuzeigen. Der User wird so quasi entmündigt und von Informationen die der Algorithmus als nicht relevant erachtet ausgeschlossen. Der Zensur sind so auch Tür und Tor geöffnet.
Google Mail hatte lange Zeit keine Löschfunktion bis User intervenierten. Google wollte dass die e-Mails erhalten bleiben um sie indirekt für die Performancemessung von Werbemaßnahmen zu nutzen. Die iGoogle-Startseite gibt ebenfalls Aufschluss über unsere Präferenzen (Nachrichten, Shopping etc.). Verbindet man damit die Informationen über unser Suchverhalten und unsere Internetnutzung, weiß Google bald mehr über uns als wir selbst.
Auch wenn die Google Toolbar noch so praktisch ist sollten sich User zweimal überlegen ob sie die Toolbar installieren oder deinstallieren. Google hat durch die Toolbar das Datensammeln externalisiert und überlässt die Marktforschung dem User selbst – die Informationen die wir Google schenken sind in Wahrheit bares Gold wert. Abhilfe bietet anscheinend die Firefox Erweiterung „Track me Not“ – was ich allerdings noch nicht ausprobiert habe.
Hoffentlich bleibt Google seinem Firmenmotto („don’t be evil“) treu und passt auf unsere Daten gut auf… Was macht eigentlich Yahoo grad?
Quellen:
Google Watchblog, Google Web History Toolbar trackt alle besuchten Webseiten
Computerwoche Blog, Was Google wirklich will