Nachdem jeder Studivz User die neuen, geänderten AGBs akzeptieren mussten (die unter anderem eine gewerbliche Nutzung privater Daten gestatten) hat die Angst vor der Nutzung der privaten Daten durch Dritte dazu geführt, dass viele User ihre Profile anonymisierten, also private Daten (Handynummer, e-Mailadresse, Geburtstag, Wohnort) sowie “Hobby”-Daten (Interessen, Musik, Filme, Bücher) und Karriere-Daten (aktueller Job, bisherige Karriere) entweder haben oder so verändert hatten dass diese keinen Sinn mehr ergeben. Zusätzlich wurde von vielen der Name unkenntlich gemacht – entweder durch Fake Namen (“Peter Lustig”, “Las Miranda de Sevilla”) oder durch Abkürzungen / Sonderzeichen (Hans H., Guido *****). Ob und in welchem Umfang Studivz nun diese (Fake-)Daten nutzen kann und wird bleibt abzuwarten. Der Plan consumer-targeted Werbung anzubieten dürfte damit gescheitert sein. Meines Erachtens ist die Angst übertrieben da es hier um die Einblendung von Werbebanner geht, welche die meisten eh übersehen… Zusätzlich kann man feststellen, dass andere Portale diese Daten bislang für Werbezwecke verwenden und sogar an Dritte weitergeben ohne dass man es gemerkt oder bewusst (!) gestattet hat.
Die Werbetreibenden auf Studivz stehen nun vor dem Dilemma, dass Werbebanner übersehen, die CTR der Werbeeinblendungen folglich gering sein werden und die Nutzerorientierte Aussteuerung der Werbung so nicht funktionieren kann. Bei Facebook wird man quasi mit Werbung zugespammt und diese nutzen die Userdaten für nutzerspezifische Werbung bereits. In wiefern Facebook den Traffic kapitalisieren kann, ist unklar – bei der großen Anzahl an User dürfte das aber irgendwie zu schaffen sein. Die Werbetreibenden leiden darunter dass der Traffic nicht gerade der “am meisten konvertierende” ist… Mehr Infos dazu gibts bei SEO Blackhat.
Ich habe mittlerweile mein Studivz Profil anonymisiert (Nachnamen abgekürzt) – aber nicht aus Angst vor Werbung (die auf mich abgestimmt ist & somit eher nützlich denn schädlich sein könnte) sondern weil es niemanden angeht – außer meinen Freunden – was ich so mache.